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RL #022: Was Sie über Energie-Kooperativen wissen sollten

Die Beschäftigung der Medien mit der Energiewende ist durch die Energiekrise in Europa aktueller denn je. Und obwohl es vielen Medien gelingt, eine abgerundete und ausgewogene Debatte über die Rolle von Regierungen, Privatunternehmen in der Energiepolitik zu führen, wird dem Gedanken an Bemühungen um eine dezentrale, autonome und lokale Energieversorgung mit Bürgerbeteiligung nur wenig Raum gegeben. 

Wenn man Begriffe wie Bürgerbeteiligung in der komplexen Welt der Energieversorgung hört – z.B. Bürgerkraftwerke, Energiekooperativen oder Energiegemeschaften – klingen sie oft wie futuristische Phrasen, die in der Welt der Energiekonzerne ein bisschen fehl am platz sind. Das ist verständlich, aber falsch. Dieser Beitrag von Studierenden der Betriebswirtschaftslehre und der Umweltwissenschaften beleuchtet das Konzept der Energiegemeinschaften, die auf einer Zusammenarbeit zwischen Bürger:innen, Regierungen und Unternehmen für eine saubere Energiewende beruhen. Diese Initiativen leisten inzwischen europaweit einen großen Beitrag zur Bekämpfung des Klimawandels, wie Sara Giovanni von Energy Cities, einer europäischen Lerngemeinschaft für zukunftsfähige Städte, betont. Es ist daher umso wichtiger, dass die Kommunikation und der Informationsfluss über diese Initiativen verbessert werden. Deshalb widmen wir dem Thema diese Reading List.

Nach außen wenden

Zu den wichtigsten Problemen bei der Förderung von Energiegemeinschaften gehört der mangelnde Zugang zu Informationen. Das bedeutet für Interessierte, dass eine aktive Suche erforderlich ist, die ohne Vorkenntnisse schwierig ist. Ein weiteres Problem, auf das Wahlund und Palm von der Universität Lund hinweisen, ist die Voreingenommenheit gegenüber einem dezentralen Energiemodell und die Unterrepräsentation von Energiegemeinschaften (EG) in den Mainstream-Medien. Dezentrale Energieversorgung – das ist schlicht nicht die Norm, sondern wird von vielen noch als exotisch wahrgenommen. Daraus folgt, wie die Ergebnisse dieser Studie zweier niederländischer Universitäten zeigen, ein Mangel an Vertrauen der breiten Öffentlichkeit in die Energiegemeinschaften und damit eine Gleichgültigkeit gegenüber einer aktiven Rolle bei der Energiewende.

Für diejenigen, die sich bereits für Energiegemeinschaften interessieren, gibt es jedoch verschiedene Quellen, darunter diese Datenbank der Europäischen Föderation der Energie- und Umweltagenturen und -regionen, die nicht nur einen Einblick in die Beispiele, sondern auch in verschiedene Veröffentlichungen und Aktualisierungen im Zusammenhang mit Energiegemeinschaften bietet. Ein weiteres, allgemeineres Beispiel für eine informative Datenbank ist die Website Projects for Public Spaces, die eine breite Palette von gemeinschaftlich geführten Projekten aus der ganzen Welt zusammenfasst.

Und nach innen

Einer der Vorteile der internen Kommunikation innerhalb von Energiegemeinschaften ist das bereits bestehende Interesse an einer aktiven Beteiligung an der Energiewende, das als Antrieb für die Suche nach neuen Möglichkeiten des Wissensaustauschs und deren Schaffung dient. Dies hat, wie in diesem Forschungspapier der Universität Bologna dargestellt, zu einer Vielzahl von Versuchen geführt, EGs zu schaffen und die Kommunikation zwischen ihnen zu verbessern. Viele Studien, wie diese, wurden auch durchgeführt, um neue Methoden des Wissensaustauschs in der Energiewirtschaft und Änderungen zu analysieren, die vorgenommen werden können, um den Sektor an die Standards und Erfordernisse des 21.Jahrhunderts anzupassen.

Laut John S. Edwards von der Aston University in Birmingham fehlt es vielen Energie-Gemeinschaften im Bereich der erneuerbaren Energien jedoch immer noch an einem guten Verständnis für Wissensmanagement und Wissensverteilung, die im Öl- und Gassektor sehr gut entwickelt sind, was dazu führt, dass die Förderung grüner Energien und der interne Wissensaustausch hinter der fossilen Brennstoffindustrie zurückbleiben. Der Erwerb, die Archivierung und die Nutzung von Wissen innerhalb von Energiegemeinschaften werden, wie William King in seiner Doktorarbeit an der Universität Coventry feststellte, in den kommerziellen Branchen viel besser verstanden und betrieben als in den EGs, die sich flächendeckend eher noch in einem frühen Entwicklungsstadium befinden. Darüber hinaus gibt es keinen theoretischen Rahmen, der als allgemeingültiges Handbuch fungieren könnte, in dem wirksame Strategien für das Wissensmanagement (einschließlich der verwendeten Sprache, eines Glossars der Schlüsselbegriffe und ihrer Anwendbarkeit in verschiedenen Kontexten) festgelegt wären.

Die Energiewende steckt in vielerlei Hinsicht noch immer in ihren Kinderschuhen, aber durch die Verbesserung verschiedener Elemente, einschließlich der Umwandlung dieses Nischenmarktes in einen Mainstream-Prozess durch eine leichter zugängliche Medienberichterstattung, kann die Geschwindigkeit erhöht werden, mit der die derzeitigen traditionellen und zentralisierten Energiesysteme in eine von der Gemeinschaft geführte, gemeinschaftliche Anstrengung umgewandelt werden.

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RL #021: Befreien Sie Ihr Hirn: KI-basierte Kommunikation in der Wissenschaft

Diese Reading List ist anders. Alle in kursiv formatierten Textstellen wurden von einer KI mit dem Namen Neuroflash formuliert. Lesetipps und ein paar persönliche Gedanken des Kurators finden Sich erst im letzten Absatz.

KI in der Wissenschaftskommunikation

Wissenschaftliche Artikel sind oft trocken und schwer verständlich. Doch das muss nicht sein! Dank neuer Technologien, wie zum Beispiel KI-basierte Software, können auch Wissenschaftler ihre Artikel interessant und leicht verständlich schreiben.

In den letzten Jahren ist die Rolle von KI in der Wissenschaft immer deutlicher geworden. Durch die Möglichkeit, große Datenmengen zu analysieren und verarbeiten, unterstützt Sie Forscher dabei, komplexe Themen zu verstehen und aufzuarbeiten. Auch wenn die KI noch nicht perfekt ist, so hat Sie doch das Potenzial, die Wissenschaftskommunikation zu nachhaltig zu verbessern – insbesondere was die Effizienz und Qualität betrifft. Dennoch ist es wichtig, die Grenzen der Technologie zu kennen und nicht blindlings auf sie zu vertrauen. Nur so können wir sicherstellen, dass KI uns tatsächlich unterstützt und nicht ersetzt.

Photo by Joel Filipe on Unsplash

Beispiele für die Anwendung von KI in der Wissenschaftskommunikation

In der Kommunikation von Wissenschaft, also im Niederschreiben von Prozessen und Ergebnissen, unterstütz KI bereits heute Forschende bei der Literaturrecherche oder bei der Erstellung von Abstracts und Summaries. Helfen kann die KI auch beim Schreiben von Fachartikeln. Dabei übernimmt sie jedoch nicht die komplette Arbeit, sondern unterstützt den Wissenschaftler bei der Recherche und dem Aufbau des Arguments. Wichtig ist dabei die Kontrolle zu behalten! Selbstkritisch formuliert die KI: dass sie beispielsweise keine Emotionen vermitteln kann.

Fazit: Befreien Sie Ihr Hirn – mit KI!

Schon mit diesem Beitrag wird deutlich, dass KI schon bald eine wichtige Rolle in der Wissenschaftskommunikation spielen wird. Durch die Verwendung von KI-basierten Systemen können Wissenschaftler ihre Forschung schneller und effektiver veröffentlichen. Vor allem aber, ermöglicht die KI sowohl Wissenschaftlern als auch Journalisten interessante und leicht verständliche Texte zu schreiben. Wenn wir der KI ihrer Selbsteinschätzung glauben wollen, dann wird sie schon bald einen wesentlichen Beitrag dazu leisten, dass die Wissenschaft, die wir produzieren, auch von möglichst vielen Menschen gelesen und verstanden wird.

Photo by Max Langelott on Unsplash

Lesetipps und Bemerkungen eines Menschen

Selbstbewusst tritt Sie auf, die KI. Und Sie hat allen Grund dazu. In “Tortured Phrases” thematisieren Guillaume Cabanac et al. die Zunahme AI-generierter Texte in der Wissenschaft und stellen dabei die Integrität der Forschenden in Frage. Weniger voreingenommen fragt Yolanda Gil in dem im AI Magazine erschienenem Artikel, ob AI bald in der Lage sein wird wissenschaftliche Texte zu formulieren. Ihre Antwort: Ja – und zwar eher früher als später. Die daraus resultierenden Herausforderungen und Aufträge an die Wissenschafter*innen selbst führt Mico Tatalovic in seinem Paper “AI writing bots are about to revolutionaise science cournalism” für das Journal for Science Communication aus.

Wie es sich anfühlt die Reading List schreiben zu lassen? Mir war es wichtig so wenig als möglich in den Textvorschlag einzugreifen. Das lässt sich zum Beispiel an der fehlenden geschlechtergerechten Sprache ablesen. Aber auch an dem Selbstvertrauen das die KI mitbringt. Wie biased ist eine KI, die über sich selbst schreibt? Vieles davon würde ich nicht so formulieren; ich würd’ es entschärfen. Oder nachschärfen. Und daran lässt Sich die KI erahnen. Keine flapsige Formulierung, aber eben auch keine besonders spezifische. Wage zu bleiben, scheint der Imperativ zu sein. Keine Sorge. In Zukunft werden wir wieder mehr selbst schreiben.